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Montag, den 20. November 2017

Auswahlkriterien für die Festgeld Anlagedauer


Festgeld Anlagedauer
Festgeld ist eine Anlageform mit mehreren Variablen. Während beim Tagesgeld fast ausschließlich der Zins zählt, müssen beim Festgeldkonto auch die Laufzeit und der Mindestanlagebetrag berücksichtigt werden. Dabei übersehen viele Sparer die Bedeutung des Laufzeitaspekts. Sie konzentrieren sich zu sehr auf die höhere Verzinsung einer längeren Anlagedauer, ohne die Risiken zu beachten. Denn Kapital fünf, sechs oder mehr Jahre fest anzulegen, heißt auch, die gesamte Zeit auf den Anlagebetrag verzichten zu müssen und nur bedingt auf Zinsänderungen reagieren zu können. Deshalb sollten Anleger die Entscheidung für eine bestimmte Laufzeit nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern genau kalkulieren und die Rahmenbedingungen im Auge behalten.
 
Der persönliche Finanzrahmen
 
Das Maß aller Dinge ist in dem Zusammenhang die persönliche Finanzsituation. Ohne einen Blick auf den aktuellen Status quo und mögliche zukünftige Entwicklungen zu werfen, macht es wenig Sinn, eine Festgeldanlage zu vereinbaren. Zum einen ist für die meisten Festgeldkonten eine Mindesteinlage erforderlich, die bis zu 10.000 Euro betragen kann, im Schnitt aber bei etwa 2.500 Euro liegt. Zum anderen ist das Kapital, wenn es erst einmal investiert wurde, nicht frei verfügbar. Letztlich müssen also zwei Punkte bedacht werden:
 
Ist der finanzielle Spielraum groß genug für eine Festgeldanlage? Hier gilt es, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern ausreichend Luft für unvorhergesehene Ausgaben zu lassen.
Wenn Festgeld infrage kommt, stellt sich die alles entscheidende Frage: Wie lange kann ich auf das Geld verzichten? Ist in Zukunft geplant, ein neues Auto zu kaufen, eine Immobilie zu erwerben oder stehen andere Ausgaben an, sollte zum jeweiligen Zeitpunkt wieder auf das Geld zurückgegriffen werden können. Beispiel: Ist in zwei Jahren eine neue Wohnzimmereinrichtung fällig, wäre ein Anlagezeitraum von drei Jahren schon zu lang, falls keine anderen Ersparnisse vorhanden sind.
 
Die Rolle der Finanzmärkte
 
Die Bedingungen, auf die Verbraucher keinen Einfluss haben, werden von den Finanzmärkten diktiert. Zinsen für Festgeld und andere verzinsliche Anlageformen richten sich in erster Linie danach, wie es um die Märkte bestellt ist. Sieht es eher mau aus, sacken auch die Zinssätze für Festgeld in den Keller. In den „fetten Jahren“ gestaltet sich die Situation völlig anders. In dem Fall dürfen Sparer auf hohe Zinsen und somit eine satte Rendite hoffen. Diese Trends sollten auch bei der Auswahl des Anlagezeitraums in die Überlegungen einfließen. Denn nicht nur das Kapital wird eingefroren, sondern auch der Zinssatz. Wurde die Festgeldanlage zu einem schlechten Kurs abgeschlossen und steigen die Zinsen, wäre eine lange Laufzeit besonders ärgerlich. Daher gelten folgende Expertentipps:
 
  • Tiefzinsphase: In Zeiten mit extrem niedriger Verzinsung ist es ratsam, sich nicht allzu lange festzulegen. Gewinnt das Zinsniveau wieder an Fahrt, besteht sonst keine Chance, auf den Zug mit den höheren Zinsen aufzuspringen.
  • Hochzinsphasen: Bewegt sich das Zinspendel im oberen Bereich, lohnt es sich durchaus, die aktuellen Konditionen längerfristig festschreiben zu lassen. Wie lange, hängt von der oben erwähnten persönlichen Finanzsituation ab. Ideal für diese Zwecke ist dann Festgeld, bei dem auf eine Mindesteinlage verzichtet wird. Banken mit entsprechenden Angeboten sind in unserem Festgeldvergleich gelistet.
 
Das Problem: Für Sparer ist es relativ schwer einzuschätzen, in welche Richtung die Märkte tendieren. Daher bietet es sich bei einer ausreichend dicken Kapitaldecke an, mehrere Laufzeiten zu wählen und zu streuen. Das Risiko, aufs falsche Pferd zu setzen, reduziert sich auf diese Weise.
 
Festgeldkonditionen mit anderen Anlageformen vergleichen
 
Da bei der Entscheidung pro Festgeld hauptsächlich die Zinsen Regie führen, lohnt sich meistens auch ein Blick auf andere Anlageformen, insbesondere das Tagesgeldkonto. Tagesgeld und Festgeld mit kurzen Laufzeiten liegen zinstechnisch weitgehend gleichauf, mit leichter Tendenz zugunsten des Festgeldkontos. Wer also mit dem Gedanken spielt, Geld für einen kürzeren Zeitraum von zwölf bis maximal 24 Monaten zu investieren, kann mit Tagesgeld unter Umständen eine ähnliche Rendite erzielen, ohne auf die Flexibilität verzichten zu müssen. Tipp: Nutzen Sie unseren Tagesgeldvergleich, um sich ein Bild von den aktuellen Konditionen zu machen, und vergleichen die Verzinsung dann mit den Angeboten für Festgeld.
 
Kapitalerhalt beachten
 
Das ist umso wichtiger mit Blick auf den Kaufkraftverlust des Kapitals, sprich: die Inflation. Sie lag im November 2011 bei immerhin 2,4 Prozent. Wurde das Geld zu einem niedrigeren Zinssatz angelegt, bleibt unter dem Strich eine negative Rendite. Anhand der Zahlen lässt sich der Verlust zwar nicht ausmachen, wohl aber im Portemonnaie. 100 Euro haben bei einer Inflation von zwei Prozentpunkten nur noch eine Kaufkraft von 98 Euro. Daher sollten bei der Anlageentscheidung auch die Inflationsrate und – wenn kein Freistellungsauftrag gestellt wurde – die Abgeltungssteuer eine Rolle spielen. Nur so geht man auf Nummer sicher und hat später mehr Geld zur Verfügung, als vorher angelegt wurde.

Bild © svort - Fotolia.com

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