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Donnerstag, den 24. September 2020

Gefahr für Sparer - EZB senkt Zinsen

05.06.2014 - Gefahr für Sparer - EZB senkt Zinsen

Allein das Reden über Strafzinsen war lange ein Tabu. Unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklung an den Finanzmärkten scheint die Europäische Zentralbank scheinbar bereit, jedes Tabu zu brechen - und hat sich am heutigen Donnerstag zu einer historischen Entscheidung durchgerungen. Im Anschluss an die Ratssitzung in Frankreich teilte die EZB mit, dass man die Zinsen noch einmal senkt - auf ein historisch niedriges Niveau.

Da die Änderungen erst ab 11. Juni 2014 wirksam werden, gelten bis dahin noch die alten Zinssätze. So liegt der Einlagensatz (Zins für bei der EZB geparkte Mittel) bei 0 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 0,25 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,75 Prozent. Ab dem 11. Juni sind diese Zinssätze Geschichte, es gelten dann für den:

Einlagensatz                            - 0,10 Prozent
Hauptrefinanzierungssatz            0,15 Prozent und den
Spitzenrefinanzierungssatz          0,40 Prozent.

Die Folge: Einerseits wird es für Banken immer billiger, sich bei der EZB mit frischem Kapital zu versorgen. Andererseits bedeutet der negative Einlagensatz, dass das Parken von Kapital Geld kostet. Welche Auswirkungen werden diese Maßnahmen der Europäischen Zentralbank haben?

Konjunkturstütze, die Sparer enteignet

Die Entscheidung zur Zinssenkung auf ein historisch niedriges Niveau hat mehrere Gründe. Ein Punkt betrifft die Inflationsrate. Letztere ist bereits seit Monaten niedrig und nähert sich für einige EU-Mitglieder bereits der Nulllinie. Eine Deflation - also sinkende Preise - bedroht nach Ansicht der Währungshüter aber die Konjunktur, da in Erwartung des weiteren Preisverfalls Investitionen und private Anschaffungen aufgeschoben werden. Hinzu kommt ein weiterer Punkt. Gerade in Südeuropa lahmt die Kreditvergabe nach wie vor. Mithilfe der Zinssenkung signalisiert die EZB dem Bankensektor, dass sich hier etwas bewegen muss.

Leidtragende dieser Praxis sind letztlich Sparer - und zwar in ganz Europa. Viele Experten, wie beispielsweise Georg Fahrenschon vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband, sehen die Politik von EZB-Chef Mario Draghi kritisch. Die Zinssenkung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit umgehend von Banken an die Sparer weitergereicht. Die Folge: Geldanlagen, die auf dem Zinssparen beruhen, werden immer unattraktiver - wie das Tagesgeld oder Festgeld.

Niedrigzins wird gefährlich


Von einigen Ökonomen wird die EZB-Politik der ultraniedrigen Leitzinsen inzwischen sogar als Enteignung der Sparer bezeichnet. Zumal sich führende Wirtschaftsexperten nicht darüber einig sind, dass diese Politik letztlich Früchte trägt. Vielmehr - so die Befürchtung - legt die Zentralbank hier den Grundstein neuer Krisen. Die Rechnung ist relativ einfach: Je billiger bei der EZB Geld zu haben ist, umso größer die Verlockung zum Investieren am Kapitalmarkt. Die Kredite der Zentralbank fließen dann nicht in Kredite, mit denen die Wirtschaft gestützt wird, sondern es beginnt eine Jagd nach Rendite. Damit verbunden ist das Entstehen weiterer Blasen.

Privatanlegern muss vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsentscheidung klar sein, dass es sichere Rendite zumindest auf kurz- bis mittelfristige Sicht nicht mehr geben wird. Vielmehr besteht die Gefahr oder - je nach Sichtweise - Notwendigkeit, sich in andere Richtungen zu orientieren und Risiken in Kauf zu nehmen. Einen Vorteil könnte die Zinsentscheidung aber haben: Zinsen für Konsum- und Baufinanzierungen bleiben vorerst niedrig. Wer ins eigene Heim ziehen will, kann also zu den Profiteuren der Zinsentscheidung gehören.

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