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Donnerstag, den 09. Juli 2020

Rückblick und Ausblick auf die Zinsen 2012

11.07.2012 - Rückblick und Ausblick auf die Zinsen 2012


Um ein Bild von der Zinsentwicklung zu zeichnen, wird gerne der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) bemüht. Der von den Währungshütern festgelegte Zinssatz gilt als einer der wichtigsten Indikatoren, der sich sowohl auf Sparguthaben als auch auf Kredite auswirkt. Doch die Kurve, die der Leitzins im ersten Halbjahr 2012 vollzogen hat – wenngleich es eher eine Gerade ist – vermittelt ein trügerisches Bild.

 

Stürmische Zeiten

 

Ausgehend davon, dass der Wert vom 8. Dezember 2011 bis zum 11. Juli 2012 unverändert auf einem Prozentpunkt verharrte und erst dann auf 0,75 Prozent gesenkt wurde, sollte man meinen, dass Banken und Sparer ruhige Zeiten hinter sich haben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Finanzmärkte glichen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eher einer lang andauernden Tragödie als einer kurzweiligen Komödie. Denn zum Lachen dürfte Verbrauchern derzeit ganz gewiss nicht zumute sein. Sie bekommen die Auswirkungen der Krise häppchenweise zu spüren, wenn eine Bank nach der anderen ihre Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher Schritt für Schritt immer weiter nach unten korrigiert.

 

Verzinsung knickt ein

 

Genau das war in den zurückliegenden Monaten der Fall. Keine Bank war vor den Auswirkungen der Finanzkrise gefeit. Selbst Unternehmen, die sich mit dauerhaft guten Konditionen rühmen und bemüht waren, die Guthabenzinsen so lange wie möglich stabil zu halten, mussten den Rotstift zücken. Bisweilen wurde im Takt von wenigen Wochen über Zinssenkungen berichtet. So pendelte sich der Klassiker, das Sparbuch, bei den großen deutschen Privatbanken jüngst auf einen Durchschnittszins von deutlich unter 0,50 Prozent per anno ein. Beim Tagesgeld sind nach wie noch über 2,00 Prozent p.a. möglich, doch auch an dieser Front bröckelt es ganz gewaltig. Renditestarke Angebote gibt es fast nur noch für Neukunden. Bestandskunden müssen sich bisweilen mit mageren 1,00 Prozent im Jahr zufriedengeben. Im Bereich Festgeld litten vor allem die kürzeren Laufzeiten unter den gegebenen Umständen. Doch auch bei längerfristigen Anlagen wurde teils kräftig gekürzt.

 

Ungewisse Zukunft

 

Verbraucher stellt dieser Abwärtstrend vor die schwierige Frage, welche Geldanlage überhaupt noch infrage kommt und ausreichend Gewinn abwirft. Die Antwort darauf lässt sich nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Zu erwarten ist, dass der Leitzins noch längere Zeit auf dem historisch niedrigen Niveau verharren wird. Wenn nicht bei 0,75 Prozent, so doch ganz gewiss bei 1,00 Prozent. Sprünge nach oben sind vorerst wohl Utopie. Dafür stehen die Vorzeichen nach wie vor zu sehr auf Sturm und es gibt noch zu viele Brennpunkte, angefangen bei dem Kurs, den Griechenland einschlägt, bis hin zur Bankenrettung in Spanien. Erst, wenn die Eurozone wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät, besteht die Chance auf Besserung.


Tipp: Tagesgeld als Notgroschen

 

Nichtsdestotrotz: Da es keinen Sinn macht, sein Geld abzuheben und unter das Kopfkissen zu legen, sollte man möglichst strategisch vorgehen. Letztlich unterscheiden sich die Tipps der Experten im Moment allerdings nicht sonderlich von denen, die sie vor noch vor einigen Monaten gaben. Wichtig ist vor allem, sich einen Notgroschen zu schaffen, auf den jederzeit zurückgegriffen werden kann. Für diese Zwecke gilt Tagesgeld als ideal. Empfohlen wird ein Guthaben in Höhe von zwei Monatsgehältern. Sparer sollten sich dabei nicht scheuen, regelmäßig die Tagesgeldkonditionen zu prüfen, um einen möglichst hohen Zins zu erzielen. Dabei hilft unser Tagesgeldvergleich.

 

Kapital im Moment nicht länger als vier Jahre festlegen

 

Bleibt noch Kapital über, bietet sich die Festgeldanlage als sicherer Hafen an. Dazu erklärt Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale Nürnberg: „Festgeld garantiert sichere, planbare Zinsen und verursacht keine Kosten.“ Abhängig von der zur Verfügung stehenden Summe ist ein Mix aus unterschiedlichen Laufzeiten die beste Lösung. Dadurch bleibt die Flexibilität gewahrt und es werden gleichzeitig die höheren Zinsen längerer Laufzeiten mitgenommen. Aber: Mehr als vier Jahre sollte das Kapital aktuell nicht festgelegt werden. Auch hier gilt: Mit unserem Festgeldvergleich lassen sich vorab die besten Konditionen herausfiltern.

Bild © Daniel Ernst - Fotolia.com

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