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Freitag, den 03. Juli 2020

Zinsentwicklung 2013: Was kann man noch erwarten?

29.07.2013 - Zinsentwicklung 2013: Was kann man noch erwarten?

„Die Zinsen bleiben lange Zeit niedrig.“ Die Aussage des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, lässt nicht viel Spielraum für eigene Interpretationen. Offen ist eigentlich nur die Frage, wie der Notenbankchef „lange“ definiert. Sind es einige Monate oder vielleicht sogar ein paar Jahre? Führende Analysten denken diesbezüglich eher in Jahren und machen Sparern somit wenig Hoffnung, dass sie in absehbarer Zeit wieder eine bessere Rendite mit Tages- oder Festgeld erzielen können.
 
Zinsen auf Talfahrt
 
Die Stimmung ist im Keller und lässt sich treffend mit „frustrierend“ umschreiben. In den vergangenen Jahren folgte ein Tiefschlag auf den nächsten und hinterließ deutliche Spuren bei der Sparbereitschaft. Alleine im ersten Halbjahr 2013 ist die durchschnittliche Verzinsung von einjährigem Festgeld (Anlagebetrag 5.000 Euro) von knapp 0,95 Prozent per anno auf 0,72 Prozent p.a. gesackt, in einer stetig fallenden Kurve. Das gleiche Bild zeichnet sich bei nahezu allen Laufzeiten ab. Leichte Tendenzen nach oben sucht man vergebens. Noch deutlicher wird der Zinsverfall beim Tagesgeld. Stand vor einem Jahr noch eine Eins vor dem Komma (1,07 Prozent), bieten Banken im Schnitt aktuell nur knapp 0,63 Prozent im Jahr.
 
Vor 2015 ist keine Besserung zu erwarten
 
Eine Änderung ist nicht in Sicht. Sämtliche Indikatoren und die Marschrouten der Notenbanken signalisieren auch weiterhin mickrige Zinsen. Exakte Vorhersagen sind allerdings nahezu unmöglich. Fasst man die bisherigen Zinsprognosen der Banken zusammen, bleibt es sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr bei einer Niedrigzinsphase. Vor 2015 – teils wird auch erst mit 2016 gerechnet – kommt demnach keine oder nur wenig Bewegung ins Spiel. Selbst wenn die Zinsen kurzfristig steigen sollten, bleiben sie auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Inflation mit der Tages- oder Festgeldrendite ausgleichen zu wollen, ist und bleibt damit ein schwieriges Unterfangen.
 
Die Anlagestrategie an das Niedrigzinsumfeld anpassen
 
Sparer müssen sich der Situation wohl oder übel beugen. Umso wichtiger ist die eigene Strategie, um nicht unnötig viel Geld mit schlecht verzinsten Produkten zu „verbrennen“. Die Tipps dazu haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Tagesgeld sollte als stille Reserve genutzt werden, mit einem Volumen von zwei bis drei Monatsgehältern. Da auch mit Festgeld kaum noch solide Zinsen erwirtschaftet werden, kommt es vor allem auf die Streuung an. Längere Laufzeiten in Kombination mit einem mittel- und kurzfristigen Anlagehorizont versprechen zumindest ein wenig Flexibilität. Heißt: Das Geld wird idealerweise auf mehrere Anlagezeiträume verteilt. Nach oben hin sollte angesichts der schwer einzuschätzenden Lage bei drei Jahren Schluss sein, um sich nicht zu lange zu binden.


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