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Freitag, den 22. September 2017

Wann lohnt sich Tagesgeld Hopping?


Tagesgeld Hopping
Ein gewisser Ehrgeiz kann auch beim Sparen nicht schaden. Schließlich legt man sein Geld nicht auf die hohe Kante, um dafür ein müdes Lächeln zu kassieren, sondern um eine möglichst hohe Zinsgutschrift zu erhalten. Sparer, die es sportlich nehmen und immer nach Höchstleistungen suchen, springen dazu von Bank zu Bank. Dort, wo es das beste Angebot gibt, lassen sie sich nieder, um dann nach ein paar Monaten erneut auf die Pirsch zu gehen. Im Bankenkreisen spricht man diesbezüglich vom Tagesgeld Hopping.
 
Tagesgeld Hopping: eine kurze Erklärung
 
Der Begriff bezeichnet den steten Wechsel von einem Tagesgeldanbieter zum nächsten (Hopping gleich Springen), wobei Sparfüchse vor allem auf Neukunden- und Aktionsangebote achten. Ziel ist es, immer vom aktuell besten Tagesgeldzins oder einer möglichst hohen Bonuszahlung zu profitieren. Kunden, die nur alle Jubeljahre nach einem besseren Angebot suchen, sind in dieser Hinsicht ganz gewiss keine Tagesgeld Hopper. Entscheidend ist vielmehr, dass gezielt und vor allem regelmäßig ein neues Tagesgeldkonto eröffnet wird – teilweise im Takt von wenigen Monaten.
 
Der Aufwand beim Tagesgeld Hopping
 
Wer sich das Prinzip des Tagegeld Hoppings zu eigen machen möchte, muss bereit sein, einen gewissen Aufwand zu betreiben:
 
  • In erster Linie geht es darum, den Markt zu beobachten. Mit neuen Angeboten ist zwar nicht täglich zu rechnen, wohl aber monatlich. Dabei hilft ein Blick auf unseren Tagesgeldvergleich. Hier werden alle Angebote und Aktionen gelistet.
  • Bietet eine Bank einen neuen und deutlich höheren Zinssatz als die Konkurrenz, muss das Tagesgeldkonto eröffnet werden. Das umfasst den Antrag, der binnen weniger Minuten online ausgefüllt werden kann, und das Postident-Verfahren. Sprich: Mit dem unterschriebenen Kontoeröffnungsantrag und dem PostIdent-Coupon geht es zum nächsten Postamt.
  • Das alte Tagesgeldkonto kann, muss aber nicht zwangsläufig gekündigt werden. Sinnvoll ist es allerdings, zumindest den Freizustellungsauftrag anzupassen, um nicht unnötig Steuern zu zahlen.
  • Nicht ganz so gravierend: Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen und das Onlinebanking-Portal der Bank erkunden.
  • Danach beginnt das Spiel von vorne: Markt beobachten, Konto eröffnen usw.
 
Worauf muss man beim Tagesgeld Hopping achten?
 
Der Schwerpunkt liegt beim Tagesgeld Hopping zweifelsohne auf den Zinsen. Doch auch die übrigen Konditionen darf man nicht aus dem Blick verlieren. Häufig gelten höhere Zinsen nur für Neukunden. Bereits an diesem Punkt kann es kritisch werden, wenn in der Vergangenheit immer wieder neue Tagesgeldkonten eingerichtet wurden. Einige Banken setzen voraus, dass mindestens ein halbes Jahr lang kein Tagesgeld genutzt wurde, um als Neukunde akzeptiert zu werden. Bei anderen sind es zwölf Monate, teils sogar zwei Jahre. Wer also nicht aufpasst, erhält nicht die Neukundenkonditionen, sondern den meist deutlich niedrigeren variablen Zinssatz. Dann hätte sich der Wechsel nicht gelohnt. Wir raten daher, Buch zu führen, um nicht den Überblick zu verlieren.
 
Wichtig wäre es auch, darauf zu achten, wie lange die Konditionen gelten. Bisweilen wird der höhere Zinssatz für mehrere Monate garantiert. Zum Teil enden die Aktionen auch an einem bestimmten Termin. Wird das Tagesgeldkonto erst kurz vor dem Finale eingerichtet, stünde der nächste Anbieterwechsel schon nach ein paar Tagen an. Deshalb sollten die Sternchentexte immer gelesen werden, auch im Hinblick auf ein mögliches Startguthaben, das unter Umständen nur bei höheren Einlagen gewährt wird.
 
Lohnt sich Tagesgeld Hopping überhaupt?
 
Die Frage, ob sich Tagesgeld Hopping angesichts des Aufwandes und der vielen Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, überhaupt lohnt, muss jeder für sich beantworten. Rein von den Zahlen her muss der Zinsunterschied von Bank A zu Bank B entsprechend groß sein, damit eine spürbar höhere Rendite erwirtschaftet wird – oder es wird ein entsprechend hoher Betrag angelegt.
 
Dazu ein Beispiel:
 
Bank A bietet 2,50 Prozent p.a. aufs Tagesgeld. Bank B lobt 2,70 Prozent pro anno aus. Die Differenz beträgt somit 0,2 Prozentpunkte. Bei einer Einlage von 100 Euro würden 20 Cent mehr verdient, bei 1.000 Euro sind es gerade einmal zwei Euro. Interessant wird der Wechsel ab 10.000 Euro. Dann stehen unter dem Strich immerhin 20 Euro mehr. Liegen zwischen den beiden Angeboten allerdings Welten, also 1,0 Prozent und mehr, sollte auf jeden Fall gewechselt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und keine Bedingungen wie ein aktiv geführtes Depot erfüllt werden müssen. Meist lohnt sich der Wechsel auch, wenn ein Bonus gezahlt wird – auch hier abhängig vom Sternchentext.
 
Grundsätzlich gilt: Sich regelmäßig mit den aktuellen Angeboten für Tagesgeld zu befassen, kann nie schaden. Der Markt ist in Bewegung. Es kommen neue Banken hinzu. Mit unserem Tagesgeldvergleich können Sie sich kostenlos und unverbindlich informieren und dann gegebenenfalls den Anbieter wechseln.

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