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Donnerstag, den 29. Juni 2017

Tagesgeld versus Sparbuch


Tagesgeld vs Sparbuch
Ohne vernünftiges Werkzeug kommt man nie oder nur schwer ans Ziel. So wie ein Handwerker mit einem stumpfen Meißel kein sauberes Loch in die Wand stemmen kann, erzielen Sparer mit einer schlecht verzinsten Geldanlage auch nur eine mickrige Rendite. Am Willen, ein paar Euro auf die hohe Kante zu schaffen, liegt es ganz sicher nicht. Diesbezüglich gelten die Deutschen nach wie vor als Weltmeister. Das Problem ist die Wahl der Mittel. Viele bevorzugen das Sparbuch, obgleich ihnen durchaus bewusst ist, dass die Verzinsung längst nicht mehr das hält, was sie vor 20 oder 30 Jahren versprochen hat. Den modernen Nachfolger, das Tagesgeldkonto kennen sie zwar – zumindest dem Namen nach, aber irgendwie springt der Funke nicht über und es wird geflissentlich übersehen, dass inzwischen nahezu alle Argumente für Tagesgeld sprechen und das Sparbuch in den Schatten stellen.
 
Moderne Geldanlage gegen den Klassiker
 
An Bewährtem festzuhalten, ist in vielen Lebensbereichen sicherlich nicht falsch. Doch gerade wenn es um Finanzen geht, sollte man sich bemühen, ein wenig „en vogue“ zu sein. Denn der Markt entwickelt sich weiter. Leuchtendes Beispiel dafür ist das Tagesgeldkonto. Von der Idee her steht es auf einer Stufe mit dem Sparbuch. In puncto Umsetzung liegen allerdings Welten zwischen beiden Produkten. Deutlich wird dieser Unterschied insbesondere bei der Rendite. Sie ist das Schwergewicht unter den Argumenten im Vergleich Tagesgeld versus Sparbuch. Schließlich geht es beim Sparen um den Gewinn und niemand würde auf die Idee kommen, Kapital ohne Gegenleistung auf die Bank zu bringen.
 
Rendite: Tagesgeld bietet eine höhere Verzinsung
 
Diese Gegenleistung heißt sowohl beim Sparbuch als auch beim Tagesgeld „Zins“. Dabei gilt für beide Sparformen: je höher der Zinssatz, desto besser für den Kunden. Würde diese relativ simple Regel konsequent umgesetzt, würde das Sparbuch schon längst der Vergangenheit angehören. Aktuell erzielen Sparer mit dem Klassiker rund 0,6 Prozent per anno, teils auch nur 0,25 Prozent. Diese Zahlen gehen aus umfangreichen Vergleichen dutzender Angebote hervor und werden regelmäßig von namhaften Finanzexperten veröffentlicht. Tagesgeld kommt mit etwa 1,5 Prozent auf einen deutlich höheren Wert. In der Spitze lassen sich etwa 2,50 Prozent p.a. erzielen (Stand: Mai 2012). Zum Vergleich: 10.000 Euro auf einem Sparbuch werfen im Schnitt 60 Euro Zinsen im Jahr ab. Beim Tagesgeld steht unter dem Strich ein Betrag von durchschnittlich 150 Euro, damit 90 Euro mehr, ohne dass der Kunde sich großartig um die Geldanlage kümmern oder Fachwissen einbringen muss.
 
Neukundenangebote nicht als Lockmittel missverstehen
 
Der Umstand, dass eine deutlich bessere Rendite erzielt wird, sollte als Argument für das Tagesgeldkonto eigentlich reichen. Bisweilen bestehen allerdings noch Zweifel, ob die hohen Zinsen nicht vielleicht doch ein Risiko darstellen oder einfach nur Lockmittel sind. Ohne Frage: Es gibt Angebote, die mit Topzinsen locken und an Bedingungen geknüpft sind. Darauf machen auch die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen immer wieder aufmerksam. Letztlich handelt es sich in der Regel aber um zeitlich begrenzte Neukundenangebote, die auch als solche ausgewiesen werden. Im Anschluss gelten dann die regulären Konditionen, die immer noch über denen eines Sparbuchs liegen. Übrigens: Beim Sparbuch suchen neue Kunden vergebens nach Sonderzinsen oder Bonuszahlungen.
 
Höchste Sicherheit bei beiden Produkten
 
Auch die Sorgen um die Sicherheit sind beim Tagesgeld absolut unbegründet. Sparbuch und Tagesgeldkonto unterliegen bei der Einlagensicherung den gleichen Regeln. Aufgestellt wurden sie von der Europäischen Union (EU) und anschließend von allen Euroländern in nationales Recht umgewandelt. Per Gesetz gilt eine Sicherungsgrenze von 100.000 Euro je Kunde und Bank. Sollte ein Kreditinstitut zahlungsunfähig werden, ist dieser Höchstbetrag geschützt und wird innerhalb einer ebenfalls vorgeschriebenen Frist erstattet – wobei Kunden ihre Forderung schriftlich darlegen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Geld bei einer Bank in Österreich, in Frankreich oder in Deutschland angelegt wurde. Die gesetzliche Sicherungsgrenze und auch die Abwicklung im Schadenfall sind überall gleich. Viele Banken in der Bundesrepublik sind zusätzlich in freiwilligen Einlagensicherungsfonds organisiert und bieten einen deutlich höheren Schutz, ebenfalls für Sparbuch und Tagesgeld gleichermaßen.
 
Vorteil Sparbuch: Service vor Ort
 
Das einzige Manko, das dem Tagesgeldkonto angekreidet werden kann, ist die Handhabung. Da es sich um ein Onlineprodukt handelt, erwarten die meisten Banken, dass die Zahlungsvorgänge über das Internet bzw. das Onlinebanking-Portal abgewickelt werden. Kunden, die den persönlichen Service in einer Bankfiliale schätzen, werden sich damit anfangs vermutlich schwertun. In dem Fall sollte ein Angebot gewählt werden, dass die Kontoführung per Telefon oder Brief erlaubt. Das erleichtert die Umstellung. Welche Banken diesen Service einräumen, geht aus unserem Tagesgeldvergleich hervor.
 
Flexibler: das Tagesgeldkonto
 
Sämtlichen Tagesgeldkonten gemeinsam ist die Flexibilität. Sparer können frei entscheiden, welchen Betrag sie einzahlen, ob sie regelmäßig sparen oder nur sporadisch. Diesbezüglich gibt es wie beim Sparbuch keinerlei Vorschriften (nur in wenigen Ausnahmefällen). Zudem kann beim Tagesgeld jederzeit auf das Kapital zurückgegriffen werden, und zwar über das gesamte Guthaben. Darin unterscheidet sich das Tagesgeldkonto positiv vom Sparbuch. Denn beim Klassiker gelten üblicherweise eine dreimonatige Kündigungsfrist und eine Begrenzung des verfügbaren Betrages auf 2.000 Euro pro Monat. Wer mehr Geld abheben möchte, muss sich rechtzeitig melden oder Vorschusszinsen zahlen, die mit knapp 25 Prozent des Habenzinses zwar kein allzu großes Loch reißen, aber ärgerlich sind.
 
Wechseln lohnt sich
 
Alles in allem zeigt der Vergleich Tagesgeld versus Sparbuch recht deutlich, dass der Klassiker in vielen Bereichen schwächelt. Gravierend sind die Differenzen vor allem bei der Rendite, auf die es bei der Geldanlage letztlich ankommt. Wer wechselt, erzielt einen deutlich höheren Gewinn, ohne an Sicherheit, Flexibilität und Service einzubüßen. Deshalb gibt es kaum einen Grund, noch länger am Sparbuch festzuhalten. Wenn überhaupt, sind es nostalgische Gründe.


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