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Montag, den 23. Mai 2022

Leitzinspolitik: EZB macht Sparen noch schwerer

04.09.2014 - Leitzinspolitik: EZB macht Sparen noch schwerer

Eigentlich dachte man als Sparer hoffnungsvoll, dass die Leitzinsen nicht mehr viel tiefer sinken können. Zuletzt in Juni durch die Europäische Zentralbank auf ein historisches Tief von 0,15 Prozent gesenkt, war der Leitzins zumindest gefühlt schon nicht mehr existent. Mit ihrer heutigen Entscheidung, noch einmal an der Zinsschraube zu drehen, hat die EZB nicht nur die europäischen Verbraucher überrascht.

Wie sich an der Stimmung in den Medien ablesen lässt, scheinen selbst Experten den aktuellen Zinsentscheid als Überraschung wahrzunehmen. Hintergrund: Die EZB um Mario Draghi hat den Leitzins auf ein neues Rekordtief abgesenkt - und zwar auf 0,05 Prozent.

Damit ist der Leitzins für den Euroraum auf einem Stand kurz vor der 0-Prozent-Marke angekommen. Und auch beim Einlagensatz wurde wieder an der Zinsschraube gedreht. Mussten Banken mit - 0,1 Prozent in den letzten Wochen bereits einen „Strafzins“ zahlen, wird dieser in Zukunft mit - 0,2 Prozent noch negativer ausfallen. Was steckt hinter dieser Politik?

Deflation statt Inflation

Die Ursache für den aktuellen Griff in die „Trickkiste“ der EZB scheint eine wachsende Angst vor der Deflation zu sein. Sinkende Preise sind auf den ersten Blick zumindest für Verbraucher durchaus positiv. Allerdings sehen Wirtschaftsexperten dieses Szenario genauso kritisch wie eine zu hohe Inflation.

Deflationäre Tendenzen können die Investitionsbemühungen der Unternehmen und privaten Haushalte dämpfen. In Erwartung noch niedrigerer Preise werden Ausgaben zurückgehalten. Damit kommt die Wirtschaft ins Stocken. Mit einem noch niedrigeren Zins will die EZB also scheinbar Kredite verbilligen - und Investitionen in der Wirtschaft ankurbeln.

Sparen wird noch schwerer

Niedrige Preissteigerungen, ja sogar sinkende Preise würden den Verbraucher freuen. Die Folgen in Form der Zinssenkung haben auf der anderen Seite einen negativen Effekt für alle Sparer. Wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dürfte es bis zur Reaktion der Banken nicht lange dauern. Es ist damit zu rechnen, dass beim Festgeld und anderen Spareinlagen die Guthabenzinsen ebenfalls sinken werden.

Wer vor einigen Monaten ein Festgeldkonto eröffnet und Kapital darauf geparkt hat, kann sich entspannt zurücklehnen - die Zinsen sind hier über die vereinbarte Laufzeit sicher. Anders alle Bankkunden, die mit diesem Instrument der Geldanlage liebäugeln. Wird zu spät reagiert, sind die noch geltenden Konditionen vielleicht schon Geschichte. Sparer, die den Markt beim Festgeld beobachten, sollten sich günstige Konditionen solange sichern, wie die Banken noch nicht nachgezogen haben.

Suchen Sie nach einem akzeptablen Zinssatz für Ihr Kapital? Nutzen Sie unseren Festgeldvergleich und verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuell noch gültigen Zinssätze. Bei Fragen erreichen Sie uns montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr per Live-Chat oder Telefon.

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