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Montag, den 06. Juli 2020

EZB erhöht den Leitzins

08.04.2011 - EZB erhöht den Leitzins

Lange haben die Anleger im Euroraum darauf warten müssen. Nun aber hat die EZB (Europäische Zentralbank) bekannt gegeben, dass der Leitzins um 25 Basispunkte angehoben wird. Dadurch steigt der Leitzins auf 1,25 %. Zuvor verharrte der Leitzins für fast zwei Jahre auf dem historischen Tiefstand von 1,0 %.
 
Der Leitzins wird von der EZB als Instrument zur Steuerung der Geldpolitik eingesetzt.
Damals sollte durch die Absenkung billiges Geld in den Finanzmarkt gepumpt werden, um der Finanzkrise entgegenzuwirken. Jetzt aber soll durch die Zinserhöhung die Gefahr einer steigenden Inflation gebannt werden.
 
Banken geben Leitzinserhöhung an Verbraucher weiter
 
Auf den ersten Blick sind zunächst nur die Banken von der Erhöhung des Leitzinses betroffen, da dieser angibt, zu welchem Zinssatz sich die Geschäftsbanken Geld von der EZB beschaffen können. Aber die Geschäftsbanken geben die Änderung des Leitzinses zumindest teilweise an ihre Kunden weiter. Als Faustregel gilt hier, dass bei einer Leitzinserhöhung auch die Spar- und Kreditzinsen nach oben gehen.
 
Deshalb ist als Folge der Leitzinserhöhung damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen und Wochen Bewegung in den Markt für Tages- und Festgeldanlagen kommen wird. Und das in einer Weise, die die Anleger mit Sicherheit freuen wird. Denn die Erhöhung des Leitzinses durch die EZB wird aller Voraussicht nach einen allgemeinen Aufwärtstrend beim Tagesgeld- und Festgeldzins nach sich ziehen. Einige Anbieter haben dabei die Zinserhöhung sogar schon vorweggenommen, dass die EZB eine entsprechende Ankündigung bereits im März verlauten ließ.
 
Zinserhöhung für kurzfristige Anlagen
 
In erster Linie dürften dabei zunächst kurzfristige Geldanlagen von der Zinsanpassung profitieren. Denn sie reagieren am schnellsten auf Veränderungen der Marktkonditionen. Dies wären auf der einen Seite Tagesgeldanlagen und auf der anderen Seite Festgeldanlagen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr.
 
Bei vielen Tagesgeldangeboten war der Zins zuletzt teilweise so niedrig, dass er unterhalb der Inflationsrate von aktuell 2,1 % lag. Zukünftig soll sich dies dank der Leitzinserhöhung aber wieder ändern. Max Herbst von der Finanzberatung FMH glaubt daher, „dass es bald auch wieder Tagesgeldangebote mit einer Drei vor dem Komma geben wird.“
 
Nicht nur beim Tagesgeld, sondern auch beim Festgeld ist mit steigenden Zinssätzen zu rechnen. Allerdings sollten sich die Anleger hier nicht länger als zwölf Monate binden. Denn nach Meinung der Experten werden vermutlich noch zwei bis drei weitere Schritte zur Erhöhung des Leitzinses folgen. Bis zum Ende des Jahres könnte der Leitzins dann auf 1,75 % - 2 % ansteigen.

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